Theo Plath: Ultimativ

Fagott

 

Ein seltener Hochgenuss – mit einem der gefragtesten Interpreten seiner Generation und mit Musik, die in die Tiefe der Seele geht. Theo Plath fasziniert als Solofagottist. Sonor und lyrisch, von mattem Glanz ist sein Ton, unmittelbar bewegend, und sein Spiel so lebendig wie das Schilfgras des Mittelmeerufers, aus dem der 26-Jährige seine Doppelrohrblätter schnitzt.

 

„Reine Harmonie, keine Melodie im eigentlichen Sinne – ursprünglicher kann es nicht sein“, kommentiert Theo Plath Bachs Es-Dur-Suite. „Hier ist alles ultimativ auf das Wesentliche reduziert.“ Auch Isang Yun habe in seinem Originalstück für Fagott – Bach hat seine Suiten für Cello geschrieben – maximal reduziert, allerdings im Sinne der koreanischen Musiktradition, die nicht Melodie, Harmonie und Rhythmus, sondern den einzelnen Ton im Fokus hat. Er wird mit vielfältigen Ornamenten kunstvoll umspielt. „Um die Kraft und Modulation eines Tons dreht sich der ‚Monolog‘, ähnlich wie bei einem asiatischen Gong. Aber mir kommen bei dem Stück auch Vorstellungen von den Gefühlen, die Yun im Gefängnis in Korea gehabt haben muss.“ 1943 war Yun das erste Mal verurteilt worden, weil er im Widerstand gegen die Fremdherrschaft Japans in seinem Heimatland gekämpft hatte. Und 1967 war er, weil er mit Nordkorea sympathisierte, vom südkoreanischen Geheimdienst aus Europa nach Seoul entführt, dort gefoltert und wegen Landesverrat zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach internationalen Protesten freigekommen, wurde er 1971 deutscher Staatsbürger. Doch wird auch in Theo Plaths Spiel Gefangenschaft spürbar, so lässt es zugleich den „Bliss“ des Virtuosen erleben: „Wirklich glückliche Momente sind für mich, wenn ich beim Spielen eine Freiheit fühle und an die Grenzen des Ausdrückbaren gehen kann. Das ist ein großes Glück für mich.“


Theo Plath (1994* Koblenz), bei internationalen Wettbewerben vielfach ausgezeichnet, ist Solofagottist des hr-Sinfonieorchesters und kammermusikalisch vielfältig aktiv. Wichtige Impulse erhält er von Sergio Azzolini, Klaus Thunemann, Nikolaus Maler und von Dag Jensen, bei dem er in München studiert hat.

 

Programm

Joh. Sebastian Bach (1685–1750): Suite Es-Dur, BWV 1010

Isang Yun (1917–1995): Monolog (1984)

Joh. Sebastian Bach: Suite Nr. 2 d-Moll, BWV 1008

 

Veranstalter: GWK e.V., Fürstenbergstraße 14, 48147 Münster

Foto: Marco Borggreve

 

Termin

Freitag, 16. Oktober 2020

 

Location

Beat Club Keller

Martinistr. 2

48268 Greven

 

Hinweis: Der historische Gewölbekeller ist nur über eine Treppe erreichbar und somit leider nicht barrierefrei.

 

Zeitplan

20:00 Uhr Einlass

20:30 Uhr Beginn

 

Tickets

17,00 EUR
12,00 EUR für GWK-Mitglieder und Beat Club-Mitglieder

 

Vorverkaufsstellen

- Greven Marketing, Alte Münsterstr. 23, 48268 Greven, Tel: 02571/1300
- Beat Club Greven, Bismarckstraße 34, 48268 Greven, Tel: 02571/810

- WN-Ticketshop, Picassoplatz 3, 48143 Münster
- alle ADticket-Verkaufsstellen, Tel: 0180 6050400 rund um die Uhr

  (20 ct/Anruf aus den Festnetzen, max. 60 ct/Anruf aus den Mobilfunknetzen)

Dieses Konzert wird von der Volksbank Münsterland Nord eG gefördert.


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