Beat Club BLISS 2018

28.09.2018 | Bernd Speckmann |
Memo GonzalesKlassik im Beatclub Keller

Liebe Musikfreundinnen und -freunde,
haben Sie schon mal ein Kontrabasstrio gehört? Manchmal, so sinnt man, wenn man die Geschichte der drei jungen Kontrabassisten hört, die als Trio Abassionato beim „Bliss“ zu Gast sind, treiben Freundschaften kuriose Ensemblebesetzungen hervor. Doch falsch gedacht, jedenfalls ein wenig. „Die Besetzung ist in der Nische der Bassisten gar nicht so ungewöhnlich“, bemerkt Matthias Solle. „Kontrabassisten sind häufig gesellige Menschen, die sich in lokalen Grüppchen zusammenfinden und jährlich europaweit Treffen veranstalten, auf denen dann auch viel Kammermusik für 2 bis 20 Kontrabässe gespielt wird. Ungewöhnlich ist jedoch, dass man sich als professionelles Ensemble formiert, also ein interessantes Repertoire erarbeitet und im Konzert auftritt.“ Wie schön für uns und wie spannend, dass die Drei sich gefunden haben! Schön aber auch für Solle, Juliane Bruckmann und Lars Radloff selbst: „Es ist und bleibt ein Geschenk“, so Solle, der in diesem Jahr einen GWK-Förderpreis bekommt, „immer wieder mit den Freunden musizieren zu dürfen.“ Ihre Geschichte und die ihrer Stücke erzählen sie zwischen den Originalwerken und Bearbeitungen für drei „busy bassists“.
 
In Japan und Südamerika ist die Marimba populär, in Europa erobert sich das Schlaginstrument mit den hölzernen Stäben erst in den letzten Jahren das anspruchsvolle Repertoire der Klassik und den etablierten Konzertsaal. Einer seiner ausgezeichneten Protagonisten ist der GWK-Preisträger Kiyohiko Kudo. Mit seinem Bliss-Programm stellt er den klanglichen Reichtum seines Lieblingsinstruments vor. Spannend dürfte dabei auch der Vergleich der Marimba-Fassung von Eugène Ysaÿes 4. Geigensonate e-Moll mit dem Original für Violine ausfallen, das die Geigenvirtuosin Nina Reddig beim Beat Club Bliss spielt. Ein Stück – nicht allein zwei Interpretationen, sondern zwei verschiedene musikalische Welten. Nichts für Puristen – doch ein Gewinn zweifellos für alle mit offenen Ohren und weiten Herzen.  
 
Lassen wir uns in Öppes Keller unterm Goldenen Stern, wo der Beat Club zuhaus ist, wieder berühren von ganz alter und ganz neuer Musik, gespielt von preisgekrönten jungen Virtuosen. Herzlich laden wir Sie ein, sich ein- und aufzuschwingen in eine „andere Zeit“, die im Werbedeutsch „quality time“ hieße und allein in der Musik, durch lebendige Melodie, Harmonie und Rhythmus, ersteht. Die Glückseligkeit verspricht, vielleicht Glückseligkeit ist: Bliss you!
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