Grevener Blues-Night

29.01.2018 | Bernd Speckmann |

Ein Erlebnis – auch ohne den Mega-Star

Westfälische Nachrichten - 29.01.2018

Die Formation „Cissy Strut“ aus Hannover heizte mächtig ein, Stücke von Joe Cocker klagen fast wie das Original.

Greven - Die schlechte Nachricht übermittelte Beatclub-Vorstand Ralf Wietkamp den rund 250 Fans, die am Samstagabend zur „1. Blues Night Greven“ ins Ballenlager gekommen waren, gleich zu Beginn: Chris Farlowe, Sänger der legendären Bluesrockband „Colosseum“, der als Specialguest im Konzert von „Clem Clemson“ angekündigt war, musste das Konzert leider absagen. Von Ulrich Coppel

Er hat sich kürzlich bei einem Unfall mehrere Knochenbrüche zugezogen und weilte im Krankenhaus. „Scheiße“, radebrechte Dave „Clem“ Clemson später auch noch einmal selber zu Beginn seines Auftritts, und richtete Grüße von Marlowe aus.

Doch auch ohne den Megastar der internationalen Bluesrockszene war das Konzert ein Riesenerlebnis. Kurz nach 20 Uhr heizte die aus Hannover stammende Band „Cissy Strut“ mächtig ein. Nicht „Strut“ sondern „Strat“, oder in Gänze „Stratocaster“ heißt das legendäre Gitarrenmodell aus dem Hause Fender, das Markus Meyer den ganzen gut eineinhalbstündigen Auftritt der Combo spielte.

Eine Strat ist ein Soundbekenntnis: Knackig, frech und mit reichen Obertönen klangen Meyers groovige Soli, von denen es reichlich zu hören gab. Thomas Martins Stimme klingt ein bisschen nach Joe Cocker. „Unchain my herart“, das „Cissy Strut“ coverte, war zum verwechseln ähnlich dicht am Original.

Nach einer kurzen Umbaupause räumten „ Clem Clemson and Band“ dann ab 22 Uhr ab. Der spielte eine Gibson Les Paul – und bot mit den verbauten „Humbucker“-Tonabnehmern fett drückende Soli vom Allerfeinsten.

Die Allstar-Besetzung der Combo liest sich wie ein who is who: Clem Clempson war nicht nur Colosseum-Gitarrist, sondern vor Farlowe auch Sänger der Band. Seine Bandkollegen Reggy Worthy (Bass), Adrian Askew (Keyboards) und Eddi Filipp (Schlagzeug) spielten in Bands wie Joe Cocker, Tina Turner, Eric Burdon und sehr vielen weiteren.

Großartig!

Quelle: Westfälische Nachrichten
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